50 Jahre „Gemeinschaft Sankt Martin“

                                                                              Thalgau, 3. Oktober 2026  

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst! 

Liebe Freunde der „Gemeinschaft Sankt Martin“! Liebe Schwestern und Brüder! 

„Kommen sie oder kommen sie nicht? Kommen sie oder nicht?“ Das war die spannende Frage in den letzten Jahren. Gemeint war die „Gemeinschaft Sankt Martin“! Und jetzt sind sie da, Gott sei Dank! 

       Es war ein langer Weg, eine intensive Vorbereitungszeit, ein oftmaliger Schriftverkehr mit vielen Fragen. Dann kam es zu den ersten Begegnungen und Gesprächen in Salzburg, zum persönlichen Austausch, zu Besuchen hier in Thalgau usw. Die Neugierde auf beiden Seiten war groß. Die Verantwortlichen in unserer Diözesanleitung und der hiesigen Pfarre strengten sich wirklich an. Der PGR und PKR, allen voran der damalige Pfarrer Dechant Josef Zauner, haben den Pfarrerwechsel bis ins Detail vorbereitet. 

       Vor einem guten Jahr sind sie gekommen: Don Xandro, Don Armand und Don Andreas. Drei sympathisch und engagierte Priester. Und wir sind dankbar, dass sie da sind! Das erste Jahr ist gut gelungen und wir hoffen und vertrauen darauf, dass viele gemeinsame Jahre folgen werden.  

      

Die Priester der Gemeinschaft Sankt Martin
Die Priester der Gemeinschaft Sankt Martin ©p.f.radauer@gmail.com

Liebe Schwestern und Brüder! 

Vor 50 Jahren wurde die „Gemeinschaft Sankt Martin“ in Genua gegründet. Und sie hat sich wunderbar entwickelt. Es war und ist wirklich ein Werk des Heiligen Geistes! Ein neuer hoffnungsvoller Spross in der langen Geschichte der Kirche. Das gemeinsame Zusammenleben von mehreren Priestern verbunden mit dem Dienst in der Pfarrseelsorge oder auch in anderen Bereichen zieht junge Männer an und hat sich inzwischen bewährt.  

       Und nun wende ich mich an die Familienangehörigen der Priester! 

Ich grüße Sie noch einmal alle sehr herzlich. Wie sie alle sehen, geht es Ihren Priestersöhnen gut. Sie werden gebraucht. Sie werden als Seelsorger geschätzt, die Bischöfe und auch die Pfarrgemeinden sind überaus dankbar, dass sie als Priester bei uns und in vielen anderen Pfarren segensreich wirken.  

       Danke für Ihr Gebet und ich freue mich mit Ihnen, dass Sie Ihre Söhne,  

Geschwister, Neffen, Enkel usw. in der „Gemeinschaft Sankt Martin“ gut aufgehoben wissen und dass Sie alle spüren und erleben, dass sie als Priester gebraucht werden und ihr Glück gefunden haben.  

       Liebe Schwestern und Brüder! 

Beim heutigen Jubiläum „50 Jahre Gemeinschaft Sankt Martin“ dürfen wir, Gott sei Dank, ein Priesterfest feiern. Aber dabei steht nicht in erster Linie der betreffende Priester im Mittelpunkt, sondern vielmehr der, der die Berufungen schenkt. Und das ist einzig und allein Jesus Christus! 

       Und so frage ich nun: wer oder was ist denn eigentlich ein Priester? Ich sage es ganz einfach: Der Priester ist einer, der für Jesus brennt, der Feuer gefangen hat für IHN. Der den Ruf Jesu gehört und sein Leben in Jesu Hände gelegt hat. Er ist einer, der bei der Weihe völlig von Jesus in Beschlag genommen wurde.  

       Der Preister ist zweitens einer, der für Jesus geht! Er ist ein Gesandter Christi. Er geht nicht für sich selber, sondern für Jesus. Er verkündet nicht seine eigene Weisheit, sondern das Wort Jesu. ER muss wachsen und groß werden. 

       Und drittens ist der Priester einer, der für Jesus steht! Der Priester ist also ein Wegweiser auf Jesus hin, ein Zeuge der Auferstehung unseres Herrn; ein Zeuge mit seinem ganzen Leben!  

Da muss ich gleich hinzufügen: hoffentlich bin ich das! Hoffentlich sind wir als Priester Menschen, die für Jesus brennen, für Jesus gehen und für ihn stehen!? 

Heilige Messe mit den Priestern der Gemeinschaft Sankt Martin

Heilige Messe mit den Priestern der Gemeinschaft Sankt Martin ©p.f.radauer@gmail.com

       Liebe Schwestern und Brüder! 

Was, bzw. wer der Priester ist, sage ich jetzt noch einmal mit anderen Worten: 

Er soll ein Mann Gottes sein, eben ein Geistlicher; er soll ein Mann der Kirche sein, der mit allen Getauften und Gefirmten die Kirche bildet und aufbaut und er soll ein Freund der Menschen sein; einer also, der mit den Menschen lebt, fühlt geht und auch leidet; einer, dem die Schicksale der Menschen ein echtes Anliegen sind und der für alle, die ihm anvertraut ins, bei Gott einsteht.  

       Gewiss, das ist ein hoher Anspruch; ein Anspruch, dem wir nie gerecht werden. Denn jeder Priester ist und bleibt trotz der Weihe ein Mensch. Und jeder Mensch hat Fehler, auch wir Priester. Das wissen wir sehr genau. Das macht uns demütig und das beschämt uns auch. Und darum bitten wir um Verzeihung. 

       Und noch etwas! 

Priester fallen nicht vom Himmel! Wir müssen um neue Berufungen beten und sie auch begleiten. Und diese Begleitung ist entscheidend wichtig! Wenn nämlich jemand erkannt hat, dass Gott ihn ruft und dieser Mensch sich dann auf den Weg gemacht hat, dann sollen wir ihnen also sagen, dass wir uns freuen, dass sie diesen Weg eingeschlagen haben, dass wir für sie beten und sie positiv bestärken. Denn Gegenwind spüren sie ohnedies von anderen Seiten mehr als genügend.  

       In einem afrikanischen Sprichwort heißt es: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf! D.h. da müssen alle zusammenhelfen. In Anlehnung an dieses Sprichwort sage ich: Damit ein junger Mensch Diakon, Priester, Ordenschrist usw. werden kann, braucht es ebenso ein ganzes Dorf, d.h. eine ganze Schar von Betern, Begleitern, Motivatoren, die die Betreffenden anspornen, aufrichten, ihnen gut zureden, unter die Arme greifen usw. 

       Liebe Schwestern und Brüder! 

Und so gratuliere ich persönlich, aber auch im Namen von Erzbischof Franz Lackner der „Gemeinschaft Sankt Martin“ zum 50-Jahr-Jubiläum! 

Erzbischof Franz und ich danken auch den Verantwortlichen von Sankt Martin, dass sie uns Don Xandro, Don Armand und Don Andreas für unsere Erzdiözese zur Verfügung gestellt haben und wir danken auch den drei Priestern, dass sie hier im Pfarrverband mit großem Einsatz als Priester arbeiten.  

       Und was wünschen wir der „Gemeinschaft Sankt Martin“? Weiterhin viele Berufungen, sodass sie in vielen Pfarren als Priester wirken können zum Aufbau der Kirche, zur Freude der Pfarrgemeinden, zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen! Und so bitten wir: Hl. Martin halte auch weiterhin deine schützenden Hände über die „Gemeinschaft Sankt Martin“! Amen. 

Erzbischof Hansjörg Hofer 

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Feier der feierlichen Messe ©p.f.radauer@gmail.com

Mehr erfahren : https://www.rupertusblatt.at/erzdioezese/3840/gemeinsam-fuer-die-menschen

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