Unsere Spiritualität

Die Gemeinschaft Saint-Martin schöpft für das geistliche Leben ihrer Mitglieder aus den vielfältigen Reichtümern der Kirche. Ihre „Spiritualität“ und ihr Charisma berreichern sich aus verschiedenen Traditionen, die während der Ausbildung in Évron weitergegeben und durch einen bestimmten Lebensstil gelebt werden, in dem sich die gemeinschaftlichen „Bräuche“ widerspiegeln.

Eine liturgische Spiritualität

In der langen liturgischen Tradition der Kirche feiern die Priester der Gemeinschaft Saint-Martin die Messe und das Stundengebet gemäß den liturgischen Büchern, die aus der vom Zweiten Vatikanischen Konzil eingeleiteten und von Papst Paul VI. in Kraft gesetzten Liturgiereform hervorgegangen sind.

Das liturgische Leben steht im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens und somit auch der Gemeinschaft Sankt Martin, sowohl im Ausbildungshaus als auch in den Ortsgemeinden: Gemeinschaftsmesse, Feier der Laudes und der Vesper, eucharistische Anbetung und Sinn für das liturgische Jahr.

Das ganze Geheimnis Gottes liegt im Geheimnis Christi, und das ganze Geheimnis Christi liegt im Geheimnis der Eucharistie.

Alles, was die Priester im Laufe ihrer Ausbildung empfangen haben, versuchen sie den ihnen anvertrauten Gläubigen weiterzugeben, um ihnen eine immer bewusstere, aktivere und fruchtbarere Teilnahme am liturgischen Leben zu ermöglichen, gemäß dem von Papst Pius X. geprägten Ausdruck, welcher vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgegriffenen wurde (Sacrosanctum Concilium, Nr. 36 und 116).

Das gemeinschaftliche liturgische Leben speist sich aus dem benediktinischen Erbe, insbesondere in drei Aspekten:

  • Das Stundengebet, das gewöhnlich gemeinsam gesungen wird (Laudes und Vesper).
  • Die Bedeutung des gregorianischen Gesangs, in den die Seminaristen eingeführt werden.
  • Die Verwendung der lateinischen Sprache, der Sprache des römischen Ritus, in den gemeinschaftlichen Liturgien neben dem Französischen und anderen Landessprachen.

Die spiritualität des heiligen Martins : „Charitas“

Die Gemeinschaft stand von Anfang an unter der Schirmherrschaft vom heiligen Martin von Tours (316-397). Als Fürsprecher und Vorbild zugleich lässt die Gemeinschaft sich von dieser Gestalt des Evangelisators in mehrfacher Hinsicht inspirieren:

  • den Mann Gottes mit der Seele eines Mönchs, der ganz dem Gebet gewidmet ist,
  • den evangelisierenden Bischof, den Gründer von Pfarreien,
  • den Förderer des Gemeinschaftslebens der Kleriker von Tours,
  • den Apostel der Nächstenliebe. „Charitas“ ist das Motto der Gemeinschaft.

Im Leben des heiligen Martin entfaltet sich die Nächstenliebe durch drei „Charitas“-Episoden:

  1. die von Amiens, wo Martin, noch Katechumene, einen Armen mit seinem Mantel bekleidet;
  2. die von Tours, wo der Bischof die Kleidung, die er unter den liturgischen Gewändern trägt, ablegt, um einen Armen damit zu bedecken, bevor er die Messe feiert, während der eine Feuerkugel über seinem Kopf erscheint;
  3. die von Candes, wo der erschöpfte Bischof stirbt, nachdem er seine Brüder versöhnt hat.

CHARITAS

Une priesterliche Spiritualität

Die Gemeinschaft Sankt Martin ist von einer tiefen priesterlichen Spiritualität geprägt, die von den zeitgenössischen Päpsten, insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so sehr hervorgehoben wurde, unter anderem in einigen besonders prägenden Texten wie dem Dekret Presbyterorum Ordinis des Zweiten Vatikanischen Konzils oder dem Apostolischen Schreiben Pastores dabo vobis des heiligen Johannes Paul II.

Indem sie sich in und durch ihren Dienst an den Gläubigen heiligen, streben die Priester danach, ihr Priestertum im Geist der Weihe zu leben, und nähren sich in ihrem auf die Eucharistie ausgerichteten geistlichen Leben. Das Tragen der Soutane ist eines der Zeichen des Lebensstandes zu dem sie berufen sind, und dem sie sich durch die Weihe, im Hinblick auf die Mission, widmen.

Die Spiritualität des Priesters besteht in erster Linie in einer tiefen, freundschaftlichen Beziehung zu Christus, der ihn zu sich ruft.

Die französische Schule der Spiritualität prägt in ganz besonderer Weise die Geschichte der Gemeinschaft sowie die Ausbildung und das Leben ihrer Mitglieder. In den großen priesterlichen Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts, wie Kardinal Pierre de Bérulle, Jean-Jacques Olier, dem heiligen Vinzenz von Paul und so vielen anderen, findet sie Meister und Vorbilder, die das Priestertum Christi als Mittler zwischen Gott und den Menschen in der Selbsthingabe betonen und die Berufung der Priester, ihm nachzueifern.

Bérulle

Pierre de Bérulle

Gründer des Oratoriums

Jean Jacques Olier

Jean-Jacques Olier

Gründer der Sulpizianer

Saint Vincent de Paul

St Vincent de Paul

Gründer der Lazaristen und der Barmherzigen Schwestern

Saint Jean Eudes

St Jean Eudes

Gründer der Kongregation von Jesus und Maria

Saint Louis-Marie Grignion de Montfort

St Louis-Marie Grignion de Monfort

Gründer der Montfortaner und der Töchter der Weisheit

Saint Jean-Baptiste de la Salle

St Jean-Baptiste de La Salle

Gründer des Instituts der Brüder der christlichen Schulen

Das Gemeinschaftsleben und die Mobilität im Dienste der Mission

Inspiriert von den vielfältigen Formen des Gemeinschaftslebens, die das Leben des Klerus im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben – wie das Klosterleben, das kanonische Leben oder die Lebensweise der Priestergemeinschaften der Neuzeit – gründet sich das Gemeinschaftsleben der Priester der Gemeinschaft auf die „sakramentale Gemeinschaft“, die aus der Weihe hervorgeht. Das Gemeinschaftsleben ist auf die Mission ausgerichtet, weil es eben ein priesterliches Gemeinschaftsleben ist.

Auch die „Mobilität“ ist Teil des Charismas der Gemeinschaft Sankt Martin. Ihre Mitglieder bilden einen „mobilen Korps“ im Dienst der Bischöfe. Sie existiert nicht nur wegen praktischen und funktionalen Gründen, sondern für den Dienst an der Weltkirche, für den die Gemeinschaft existiert.

Die Spiritualität, die die Mitglieder der Gemeinschaft trägt, ist die einer „wandernden Gemeinschaft“ (Papst Franziskus, Die Freude des Evangeliums), die dazu führt, das eigene Zuhause zu verlassen, um Christus dorthin zu folgen, wo er in Mission geht.

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