Warum tragen wir die Soutane ?

Von don Louis-Hervé Guiny, Rektor des Priesterseminars

Die Soutane : ein Zeichen des Widerspruchs.

Die kirchliche Kleidung

Die Kleidung kirchlicher Amtsträger hat zwei Gründe:

  • sie soll denjenigen, der sie trägt täglich an seine Weihe und an seinen Auftrag erinnern.
  • sie erlaubt den Gläubigen wie den Nicht-Gläubigen sofort ihn als einen Mann Gottes zu identifizieren. Seine Kleidung ist daher ein erstes Zeugnis der Anwesenheit Gottes unter den Menschen.

Aus diesen Gründen will die Kirche, dass Kleriker durch ihre Kleidung als solche erkennbar seien. Das Direktorium für Dienst und Leben der Priester (2013) erklärt:

Die kirchliche Kleidung ist das äußere Zeichen einer inneren Realität: in der Tat gehört der Priester nicht mehr sich selbst, sondern ist sozusagen durch das sakramentale Siegel “Eigentum” Gottes geworden. Die Tatsche “einem Anderen zu gehören” muss für alle erkennbar sein, durch ein sichtbares Zeugnis,  […] bis hin zur Kleidung.

Soutane oder clergyman ?

Die Gemeinschaft zieht die Soutane dem “clergyman” (schwarzer Anzug mit römischen Kragen) aus verschiedenen Gründen vor:

Noch heute ist die Soutane das traditionnelle Gewand des Priesters (wer würde den Heiligen Vater ohne seine weisse Soutane erkennen?). Auch oder gerade Kirchenferne verbinden mit der Soutane oft noch die Gestalt des “Pfarrers”.

Wenn sie ohne Allüren, einfach wie ein schlichtes “Arbeitsgewand” getragen wird, dann passt die Soutane in jedes Milieu, in jede Form von Mission: sie ein Mittel, nach den Worten des heiligen Paulus, allen alles zu werden.

Darüberhinaus ist die Soutane in einer säkularisierten Gesellschaft wie der unseren ein Zeichen für die Existenz des Übernaturlichen. Als ungewöhnliche Bekleidung weckt sie das Interesse unserer Zeitgenossen und bringt sie oft dazu mit dem Priester durch Fragen in Kontakt zu treten.

Die Soutane : traditionnelle Priesterkleidung.