Die Gemeinschaft Sankt Martin kommt nach Neviges

Sonntag 31. Mai, Pfingsten

Drei Priester der Gemeinschaft Sankt Martin übernehmen ab September 2020 die Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge in Velbert – Neviges und Tönisheide im Erzbistum Köln.

Drei Priester der Gemeinschaft Sankt Martin übernehmen ab September 2020 die Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge in Neviges. Neviges ist bekannt als Marienwallfahrtsort des Erzbistums Köln und berühmt vor allem für seinen Mariendom, eine der bedeutendsten Raumschöpfungen des 20. Jahrhunderts, entworfen von Gottfried Böhm. Die Wallfahrt zum Marienbild von Neviges ist gleichzeitig die älteste Wallfahrt zur Immaculata nördlich der Alpen.
Die Gemeinschaft Sankt Martin ist 1976 in einem Kapuzinerkloster in Genua gegründet worden. Es ist ein schöner Wink der Vorsehung, dass sie jetzt ihren Dienst in Deutschland in einem Franziskanerkloster beginnen darf.

In Neviges wollen wir die Seelsorge in Wallfahrt und Pfarrei fortführen, die die Franziskaner jahrhundertelang ausgeübt haben: Präsenz im Mariendom und in den Gemeinden, Gesprächs- und Beichtgelegenheit, Weiterentwicklung der Wallfahrtspastoral. Wir kommen mit der Dynamik einer jungen Gemeinschaft und mit der Erfahrung der Vielfalt unserer unterschiedlichen Herkunft. Aber auch in kleinerer Zahl, was die Mitarbeit der Gemeindemitglieder noch mehr nötig macht.
Kardinal Woelki hat uns gebeten um einen „Beitrag zur Evangelisierung und Mission für so viele suchenden Menschen“. Wir freuen uns auf diesen Dienst und sind dankbar für das Vertrauen, dass das Erzbistum Köln in unsere Gemeinschaft setzt.

Die neuen Priester für die Pfarrgemeinde Velbert-Neviges

Ab dem 1. September 2020 werden folgende Priester der Gemeinschaft in der Pfarrei Maria Königin des Friedens Velbert – Neviges und Tönisheide sowie in der Wallfahrtsseelsorge tätig: Abbé Thomas Diradourian als leitender Pfarrer, Abbé Ignace Duchatel als Pfarrvikar und Abbé Phil Dieckhoff als Kaplan. „Abbé“ ist die französische Anrede einfacher Weltpriester. Die drei „Abbés“ werden als Kommunität im ehemaligen Franziskanerkloster in Neviges wohnen. Die feierliche Einführung der Gemeinschaft im Mariendom ist für den 27. September 2020 geplant.

Abbé Thomas Diradourian wurde 1976 in Paris geboren. Nach seinem Studium in Paris trat er in die Gemeinschaft Sankt Martin ein und empfing 2003 die Priesterweihe. Er war zuerst Vikar in Saint-Raphael (Südfrankreich) dann Pfarrer und Wallfahrtsleiter in Le Puy-en-Velay (Auvergne), am Jakobsweg. Abbé Thomas lehrt außerdem Liturgiewissenschaft im Priesterseminar von Evron.

Abbé Ignace Duchatel wurde 1975 in Brüssel geboren. Während seines Studiums verbrachte er ein Jahr in Göttingen und arbeitete daraufhin als Rechtsanwalt in Brüssel. Danach trat er in Frankreich in die Gemeinschaft Sankt Martin ein. Nach der Priesterweihe 2011 war er als Pfarrvikar in den Diözesen Soissons, Blois und Tours tätig. Abbé Ignace ist leidenschaftlicher Musiker.
Abbé Phil Dieckhoff, Jahrgang 1987, kommt gebürtig aus Aachen. Zum Jurastudium wechselte er nach Münster und später nach Paris, wo er die Gemeinschaft kennenlernte. Im Juni 2017 empfing er die Priesterweihe. Nach der Ausbildungszeit in Westfrankreich ging er als Diakon nach Dijon im Burgund und anschließend für zwei Jahre als Kaplan nach Südfrankreich. Er promoviert derzeit in Paderborn.
Abbé Thomas und Abbé Phil sind seit September 2019 im Erzbistum Paderborn tätig. Im Pastoralraum Rheda-Herzebrock-Clarholz unterstützen sie die örtliche Seelsorge.

Die Gemeinschaft Sankt Martin

Die Gemeinschaft Sankt Martin (Communauté Saint-Martin) ist eine Vereinigung päpstlichen Rechts von Priestern und Diakonen, die in verschiedenen europäischen Diözesen und auf Kuba wirkt. Das Mutterhaus und das Priesterseminar befinden sich in Évron in Westfrankreich. Die Gemeinschaft wurde 1976 von Msgr. Jean-François Guérin im Zuge der Erneuerungsbewegung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gegründet. Die Priester und Diakone der Gemeinschaft sind vor allem in Pfarreien, an Wallfahrtsorten und in der Schulseelsorge tätig. Derzeit zählt die Gemeinschaft 115 Priester und Diakone, wobei das Durchschnittsalter der Priester bei 34 Jahren liegt. Die Gründung der Gemeinschaft erfolgte 1976 in einem vom heiligen Franziskus geprägten Kapuzinerkonvent. Dass ihre erste Niederlassung in Deutschland nun auch in einem Franziskanerkloster erfolgen darf, sieht die Gemeinschaft als große Ehre und große Verantwortung an. Die Wallfahrtsseelsorge ist der Gemeinschaft durch ihre Arbeit in Lourdes, Le Puy und Montligeon sehr vertraut. Zu ihren Kernaufgaben zählt zudem der Dienst in der Pfarrei. Als Priester ist es ihnen wichtig, dass sie neben der Wallfahrt auch konkrete Gemeindearbeit übernehmen können. Deswegen bietet die Konstellation von Wallfahrts- und Pfarreiseelsorge in Neviges und Tönisheide große Chancen. „Wir leben gemeinsam, halten das Chorgebet
und übernehmen gemeinsam die pastoralen Aufgaben. Außerdem teilen wir die alltäglichen Tätigkeiten einer brüderlichen Gemeinschaft.“

Die ersten Schritte in Velbert – Neviges und Tönisheide

Die ersten Schritte werden davon geprägt sein, den Menschen zuzuhören, Kontakte zu knüpfen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Es gilt, den Ort, die Menschen und vor allem die zahlreichen engagierten Gemeindemitglieder kennenzulernen. Es wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit angestrebt. Ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung und der Freude am gemeinsamen Glauben ohne Vorurteile und übertriebene Erwartungen soll das Charakteristikum der vor uns liegenden Zeit sein. Dabei wird gerade das Ehrenamt in seinem wertvollen Engagement wertgeschätzt und unterstützt. Nur gemeinsam kann ein guter Weg in die Zukunft gelingen. Im Rahmen des pastoralen Zukunftsweges im Erzbistum Köln wird sich die neue Gemeinschaft zusammen mit der Nevigeser und Tönisheider Gemeinde auf den Weg machen und sich in den diözesanen Veränderungsprozessen aktiv einbringen. Von daher haben wir die Hoffnung, dass die Neugründung der Gemeinschaft St. Martin ein kraftvoller Beitrag zur Erneuerung der Kirche im Erzbistum Köln und ein Glücksfall für viele suchende Menschen sein kann.